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Kanuspitze 11-2019

von Ronald Verch

Besinnlichkeit steht in der Vorweihnachtszeit im Vordergrund. Nicht jedoch bei den Kanuten, welche in 2020 Olympische Ziele verfolgen.

Unsere Top-Athleten trainierten über die Welt verteilt für die nächste Saison. Sebastian Brendel und Tamas Gecsö berichten aus Florida.

Unsere Jüngsten ermittelten derweil die Landesmeister im Bereich Athletik. Günter Welke berichtet von diesem Wettkampf ganz ohne Boot.

Ein bisschen Besinnlichkeit kam dann aber doch auf, sei es beim Weihnachtsbacken in der Bäckerei von Frank Fahland oder beim Nikolauspaddeln der Trainingsgruppe Eschert.

Feierlich wurde es bei der Sportgala 2019. Ronald Rauhe wurde als Brandenburgs Sporlter des Jahres ausgezeichnet, Sebastian Brendel als Zweiter. Herzlichen Glückwunsch!

Einer von Brandenburgs früheren Besten ist Harry Nolte. Michael Meyer hat ihn getroffen und in Erinnerungen geschwelgt.

Sonst gibt es noch zwei Geburtstage: Coach Ralph Welke wurde 60 Jahre als, Olympiasieger Jan Vandrey 28.

Zu guter Letzt noch einen Fernsehtipp. Wann wurde schon mal so lange im TV über den KCP berichtet?!? Vielen Dank dafür!

Viel Vergnügen mit der „Kanuspitze“ – Anregungen und Artikel gern über info@kanuteamwork.de

Sport frei!

Ihr KCP-Fördervereinsvorstand

Liebe Mitglieder, liebe Freunde und Förderer des KCP und des Fördervereins,

das Jahr 2019 neigt sich dem Ende zu und es ist die Zeit für einen Rückblick auf ein erfolgreiches Jahr.

Die herausragenden Ereignisse des ausklingenden Jahres waren natürlich die European Games in Minsk und die Weltmeisterschaften in Szeged. Mit zweimal Silber und einmal Bronze bei den European Games sowie viermal Gold, dreimal Silber und einmal Bronze bei den Weltmeisterschaften hatten Potsdamer Sportler den größten Anteil an der Medaillenbilanz des Deutschen Kanu-Verbandes. Der KCP stellt auch in diesem Jahr den Kern der deutschen Nationalmannschaft. Auch bei den erstmals ausgetragenen „Finals“ an der Berliner East-Side-Gallery waren unsere Top-Athleten mit zweimal Gold, einmal Silber und zweimal Bronze sehr erfolgreich.

Aber auch bei den Weltmeisterschaften Junioren/U-23 waren Sportler des KCP erfolgreich. Mit einer Goldmedaille, einer Silbermedaille und drei Bronzemedaillen sowie vielen Finalplatzierungen sahen wir bei beiden Events sehr gute Erfolge. Bei den deutschen Meisterschaften am Ende der Saison holte der KCP mit 24 x Gold, 14 x Silber und 10 x Bronze wieder ein beeindruckendes Ergebnis.

Mit unseren Veranstaltungen, den Energie - und Wasserspielen und dem Kanalsprint, haben wir weiter daran gearbeitet, die Kanustadt Potsdam zu profilieren. An den 23. Energie - und Wasserspielen nahmen 32 Mannschaften und zahlreiche Zuschauer bei nahezu perfektem Wetter teil. Während die Mandatsträger der Parteien am 01.09. beim Kanalsprint die Wahlprognosen der Landtagswahlen registrierten, kamen zahlreiche Zuschauer an den Stadtkanal um die Topathleten der deutschen Nationalmannschaft anzufeuern. Zu sehen bekamen sie Kanusport der Extraklasse.

Die Olympische Spiele in Tokio sind der große Höhepunkt im nächsten Jahr und wir schauen nach vorne auf ein Olympiajahr, in dem unsere Kanuten allen Grund für Hoffnung bieten. Wir drücken allen Athleten und den Trainer die Daumen.

Wir möchten uns recht herzlich bei allen Förderern, Sponsoren und Unterstützern und bei allen Freunden der Kanufamilie für die bisherige Unterstützung bedanken, verbunden mit der Bitte, auch in Zukunft hinter uns zu stehen. Ein bestmögliches Umfeld für die Sportler soll auch in Zukunft weitere tolle Erfolge garantieren. Wir wünschen Allen für das bevorstehende Weihnachtsfest besinnliche Tage und für das Jahr 2020 alles Gute, viel Gesundheit und große Kraft und Ausdauer, um die selbst gesteckten Ziele und Wünsche verwirklichen zu können. Wir freuen uns auf ein Wiedersehen im neuen Jahr zur Kanuparty am 24.01.2020.

Andreas Neue (Vorsitzender des Fördervereins), Torsten Gutsche (KCP Vereinsvorsitzender)

Sportgala 2019 - Brandenburgs Beste geehrt

Das Ende eines Jahres ist die Zeit auf das Erreichte zurückzublicken. Was wurde erreicht? Wer waren die Besten? Während der „Sportgala des Landes Brandenburg“ des Landessportbundes wurden die Sportlerinnen und Sportler des Jahres gekürt. Auch zwei Kanuten wurden ausgezeichnet.

Der in der Potsdamer Metropolis Halle auf dem Gelände des Filmparks Babelsberg wurden am 14.12. in feierlicher Form die von den Sportjournalisten des Landes auserwählten Sportler des Jahres 2019 für ihre Erfolge geehrt. Auf der Nominierungsliste der Frauen waren 12 Sportlerinnen, davon zwei Kanu-Rennsportlerinnen und bei den Männern 13 Sportler, davon sechs Kanu-Rennsportler des Kanu-Clubs Potsdam im OSC, verzeichnet. Ministerpräsidenten Dietmar Woidke, die brandenburgische Sportministerin Britta Ernst, der Vorsitzende der Brandenburger Sporthilfe Holger Rupprecht sowie der LSB-Präsident Wolfgang Neubert nahmen die Auszeichnungen vor.

Ronald Rauhe als Brandenburgs Bester geehrt

Als Brandenburger Sportler 2019 wurde der Potsdamer Kanute Ronald Rauhe, Weltmeister von Szeged im Kajakvierer, geehrt. Nachdem er 2007 gemeinsam mit seinem langjährigen Erfolgspartner Tim Wieskötter als beste Mannschaft ausgezeichnet wurde war es für den mittlerweile 38-jährigen Ausnahmeathleten die erste Ehrung als Bester in der Einzeldisziplin. Ronny verpasste die Gelegenheit nicht, sich bei seinen K4-Kollegen, unter ihnen der Neu-Potsdamer Max Lemke, zu bedanken und zu betonen, dass diese Teamleistung erst eine solche Auszeichnung möglich macht.

Sebastian Brendel sichert sich den zweiten Platz – Franzi John unter den Besten
Auf den zweiten Platz wurde sein Clubgefährte und Canadierfahrer Sebastian Brendel, der Seriengewinner dieser Auszeichnung in den letzten Jahren, gesetzt. Bei den ausgezeichneten Sportlerinnen des Jahres belegte Kajakfahrerin Franziska John - ebenfalls vom KC Potsdam - den sechsten Rang. Am gleichen Abend wurden zwölf weitere Sportler/-innen für das Brandenburger TEAM TOKIO nachberufen, darunter auch Kajakfahrer Max Lemke vom KC Potsdam.

Sportgala als schöner Ausklang des Brandenburger Sportjahres

Der Landessportbund tat auch in diesem Jahr wieder alles, damit die Sportgala als gelungener Abschluss des Brandenburger Sportjahres in Erinnerung bleibt. Neben den kulinarischen Genüssen, kleinkünstlerischer Darbietungen überzeugte vor allem Moderator Thomas Herrmanns. Trotz seiner anfänglichen Verwunderung über seine Einladung, ist er nach eigenem Bekundung der unsportlichste Mann im Saal, fühlte er sich doch gleich herzlich in die Brandenburger Sportfamilie aufgenommen. Nach Ende des offiziellen Teils des Abends wurde noch bis spät in die Nacht das Tanzbein geschwungen.

Die Sportgala 2020 mit hoffentlich zahlreichen Olympischen Erfolgen wird sicher ein Höhepunkt auf den wir uns bereits jetzt schon freuen können!

Günter Welke und Ronald Verch

Trainingslager der Leistungsklasse unter der Sonne Florida

Wenn es im Herbst der Wind auffrischt, die Temperaturen kühler und die Tage kürzer werden zieht es die Top-Kanuten gerne in wärmere Gefilde – nach Italien, Portugal oder Florida. In der Olympischen Saison bekommt diesen Herbsttrainingslagern eine besondere Bedeutung zu, schließlich haben alle das gleiche, große Ziel vor Augen! Sebastian Brendel und Tamas Gecsö berichten.

Potsdamer Sportler verteilen sich über Paddel-Hotspots

Wenn Bundes- und Perspektivkader des Deutschen Kanu-Verbandes, von dem die Potsdamer Kanufraktion einen bedeutenden Teil beiträgt, alle an einem Ort trainieren wird es eng auf dem Wasser. Daher schickte der DKV verschiedene Gruppen in die Welt um die Grundlage für das bevorstehende Olympiajahr 2020 zu legen. Die beiden Vizeweltmeisterinnen der Leistungsklasse Tabea Medert und der Juniorinnen Katharina Diederichs reisten mit einer Gruppe in italienische Sabaudia, während der WM-Bronzemedaillengewinner Martin Hiller und Leonard Busch mit einer Gruppe von Kajakfahrern unter der Sonne Portugals unter der Leitung des Potsdamers Lutz Altepost in Milfontes großes Umfänge im Grundlagenbereich absolvierten.

Top-Kader schwitzen in Indian Harbour Beach

Die Top-Kader des Deutschen Kanu-Verbandes zog es, wie schon in letzten Jahren, in die USA. Im Bundesstaat Florida hat sich der Verband seit 2014 bereits häuslich eingerichtet und zahlreiche Boote und Trainingsmaterial stationiert, um die hervorragenden Bedingungen vor Ort regelmäßig nutzen zu können. Sebastian Brendel und Tamas Gecsö berichten in diesem Jahr von ihren Erlebnissen!

Sebastian Brendel

„Das vom Deutschen Kanu Verband organisierte Warmwassertrainingslager in Indian Harbour Beach/Florida vom 18.11.-11.12. hat perfekte Bedingungen geboten. Vom ersten Tag an hat sich die Sonne gezeigt und es auf angenehme 20 Grad gebracht, was perfekt für die langen Trainingseinheiten ist, die zu dieser Zeit der Vorbereitung gefordert werden. Die Canadierfahrer der Trainingsgruppe um Ralph Welke hat sich für den Klassischen 2 1/2 Tage-Rhythmus entschieden um möglichst viele Kilometer im Boot zurückzulegen. Nach 2 1/2 Tagen Training was ca. 10 Trainingseinheiten entspricht gibt es einen halben Tag Pause. Die Umfänge waren wieder extrem hoch, sodass wir in der Woche auf ca. 30 Trainingsstunden gekommen sind. Im Focus lag natürlich das Paddeltraining, aber auch im Fitnessstudio oder bei Strandläufen sind wir ordentlich ins Schwitzen gekommen und haben an unserer Kondition gearbeitet.

Das Trainingsrevier ist auch bei anderen Nationen sehr beliebt. Sportler aus Frankreich und Canada, die unter dem deutschen Trainer Andreas Dittmer trainiert haben waren auch für die ein oder andere gemeinsame Trainingseinheit bereit und haben gezeigt, dass sie einen guten Trainingsstand haben. Ian Ross, Canadierfahrer aus den USA, hat sich wie auch schon in den letzten Jahren, der Trainingsgruppe angeschlossen. Neu dabei war der Slowakische Canadierspezialist Matej Rusnak, der sich als sehr guter Trainingspartner gezeigt hat und gerne im Februar wieder mittrainieren möchte. Ian und Matej wollen die starke Trainingsgruppe nutzen um sich einen der noch wenigen Quotenplätze für die Olympischen Spiele 2020 zu sichern. Wir haben uns dafür entschieden ihnen dabei zu helfen.

Vor Ort waren Jonas Schützenberg vom RBB und Stefan Hegenberg von "5 Ringe im Visier“ um Material für einige Beiträge zu sammeln“

Tamas Gecsö

„Das dreieinmal-wöchige Trainingslager war in diesem Jahr etwas ganz Besonderes. Nicht nur weil alle besonders intensiv für das große Ziel, die Olympischen Spiele in Tokio, trainiert haben, auch die Bedingungen waren auch außergewöhnlich gut. Es gab insgesamt nur zwei Tage, an denen wir ein langes Trainingsshirt und die Spritzdecke nutzen mussten. Solch tolles Wetter, welches ich so in Florida noch nie erlebt habe, machten das Trainingspensum, welches Arndt Hanisch auferlegt hat, erträglich.

Wie in dieser Jahreszeit üblich, stand in erster Linie Grundlagentraining an. Wir sind viel GA1, also langes kontinuierliches Ausdauertraining und Überdistanztraining im etwas intensivieren Bereichen gefahren und haben viel Kraft- und Lauftraining absolviert. Insgesamt sind wir 577 km gepaddelt. Ich habe mich dabei an den diesjährigen Weltmeistern orientiert und bin daher meist mit Max Hoff, Jacob Schopf, Tobias-Pascal Schultz und Marcus Groß gefahren.

Unsere Freizeit haben wir meist am Strand verbracht. Bei 25 Grad kam dabei noch keine rechte Weihnachtsstimmung auf, auch wenn beim Shoppen schon erste Weihnachtsgeschenk besorgen konnte. Die Stimmung werden wir uns nun schnell noch auf den heimatlichen Weihnachtsmärkten holen und die freien Tage mit der Familie genießen, bevor im Januar das nächste Trainingslager ansteht.“

Ronald Verch

In der Weihnachtsbäckerei von Frank Fahland

Die besinnlichen Tage stehen bevor an denen weihnachtliches Gebäck nicht fehlen darf. Frank Fahland lud daher die Sportlerinnen und Sportler, ihre Trainer sowie Sponsoren, Freunde und Förderer des KC Potsdam in seine Backstube ein, damit jeder den selbstgemachten Christstollen nach dem Rezept des Bäckermeisters unter dem Weihnachtsbaum genießen kann.

Diese einmalige Gelegenheit wollte sich natürlich niemand entgehen lassen und so kam es, dass an den insgesamt drei Knettischen in der Hauptbäckerei der Bio-Bäckerei reges Treiben herrschte um den vorbereiteten Stollenteig unter der Anleitung der freundlichen Mitarbeiterin die typische Form zu bringen. Aber auch für viele interessante Gespräche war ausreichend Zeit.

Frank Fahland nutze diesen Anlass um seinen Familienbetrieb, den er mit seiner Frau Iwona führt, den Anwesenden kurz vorzustellen. Insgesamt 150 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigen die beiden, davon 20 Geflüchtete und 7 Azubis, und verkaufen ihre köstlichen Backwaren in insgesamt 15 Filialen in Berlin und Potsdam. Seit 24 Jahren steht der in Sachsen-Anhalt geborene Bäckermeister, der den Betrieb einst von seinen Eltern übernahm, an der Seite der Potsdamer Kanuten. Eine besondere Freude war es ihm den frischen, noch warmen Stollen als Kostprobe anzubieten.

Währenddessen zeigten einige der Sportlerinnen und Sportler ungeahnte Talente. Ronald Rauhe zeigt ein gutes Auge beim Portionieren der Teige, so dann jeder Stollen und jedes Brot auch das gewünschte Gewicht bekam während unsere Nachwuchshoffnung bei den weiblichen Canadierfahrerinnen Isabelle Zanin sich als wahre Meisterbäckerin präsentierte und das über allem stehen Motto des nächsten Jahres, die Olympischen Ringe, gekonnt als Gebäck umsetzte.

Am Ende dieser überaus gelungenen Veranstaltung konnten alle ihre selbstgemachten Köstlichkeiten für die Liebsten daheim einpacken. Wir möchten uns im Namen aller Teilnehmenden bei Frank Fahland und seiner Frau Iwona sowie ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für diese tolle Einladung und die kompetente und überaus freundliche Begleitung in ihrer Weihnachtsbäckerei bedanken und freuen uns schon auf den Genuss der Christstollen und Brote!

Ronald Verch

Runder Geburtstag für Ralph Welke - der Erfolgstrainer wird 60 Jahre jung

Die Erfolge der Potsdamer Kanuten sind auch das Ergebnis der fachkundigen Arbeit der Trainerinnen und Trainer. Einer von ihnen hat viele Olympiasieger schon seit dem Jugendalter betreut und in die Weltspitze geführt. Am 18. Dezember feierte Ralph Welke seinen 60. Geburtstag!

Nachdem er selbst Schüler an der Potsdamer Sportschule gewesen war, schloss der ehemalige Kajakfahrer, der einst als Moderner Fünfkämpfer seine sportliche Laufbahn begann und 1971 auf das Wasser wechselte, 1984 sein Sportstudium ab trainiert seitdem junge Sportlerinnen und Sportler und begleitete sie bis auf ihrem langen Weg zur Weltspitze. Viele Olympiasieger wie Franziska John (geb. Weber), Katrin Wagner-Augustin, Fanny Rauhe (geborene Fischer), Sebastian Brendel, Jan Vandrey und Kurt Kuschela wurden bereits im Jugendaltern von ihm betreut.

Als Stützpunkttrainer und Leiter des Bundesstützpunktes hat er seit der Wende den Kanustandort Potsdam und den KC Potsdam zu seiner heutigen Führungsposition entwickelt. Auch als Bundestrainer des Deutscher Kanu-Verband in den verschiedenen Altersklassen führte er eine Vielzahl an talentierten Sportlerinnen und Sportlern zu internationalen Ehren.

Zur offiziellen Feier in der Kanuscheune kamen daher auch zahlreiche Vertreter des Olympiastützpunkt Brandenburgs, darunter der Leiter Winfried Lausch, des Ministeriums für Bildung, Jugend und Sport mit Karl-Hans Pezold und Andreas Höppner und des Deutschen Kanu-Verbandes in Person des Präsidenten Thomas Konietzko sowie die Trainerkollegen des Potsdamer Stützpunktes und der Nationalmannschaft. Am Abend wurde dann im Kreise der Familie und mit Freunden gefeiert.

Die Mitglieder des Kanu Club Potsdam sowie die Mitglieder des Fördervereins für den KCP gratulieren Ralph herzlich zu seinem runden Ehrentag. Wir wünschen ihm vor allem viel Gesundheit, privat nur das Beste, für ihn und seine Athleten für die bevorstehende Olympiasaison maximale Erfolge und, dass er dem Potsdamer Kanusport mit seiner Expertise noch lange erhalten bleibt!

Ronald Verch

Traditionelles Nikolauspaddeln der Trainingsgruppe Eschert

Nun schon zum dritten Mal fand am 4.Dezember das Nikolauspaddeln der Trainingsgruppe der Sponsoren unter Flutlicht im Zwanziger-Canadier statt. Nach anfänglichen Schwierigkeiten in den ersten 2 Jahren, Führungskräfte haben ja immer wichtigere Termine als etwas für ihre Gesundheit und Leistungsfähigkeit zu tun, hat sich in diesem Jahr eine große Stabilität in der Teilnahme des wöchentlichen Trainings entwickelt. Daher war es auch bei der Anmeldung eher so - ob wir denn auch alle in ein Boot bekommen - als dass wir Angst hatten, dass es nicht voll wird. Freudig begrüßt wurde auch ein neuer Mitpaddler in der Gruppe, unser ehemaliger Oberbürgermeister Jann Jakobs und seit vielen Jahren aktiver Paddelfreund des KCP.

Gut gelaunt bei optimalem Kanuwetter, +5° Grad und Windstille und mit beleuchteter Nikolausmütze ausgestattet, war das Boot sehr schnell im Wasser und es ging zügig los. Die Flutlichtanlage war bald hinter uns und wir zogen unsere Kreise in der Dunkelheit. Doch bald merkten alle nachts reflektieren so viele Lichter auf dem Wasser, so dass man immer im Bilde ist, wo man sich befindet.

Die Stimmung in der Truppe war wieder super und es lag vielleicht auch an der Vorfreude auf den zweiten Teil der Trainingseinheit, "Gänsebeine, Klöße und Rotkohl", so dass sich alle mächtig ins Zeug legten und viele Runden absolviert wurden.

Wieder an Land ging es dann in die "Kanuscheune" zu Peter Krafft und seiner Frau Beate, die wieder ein leckeres Nikolausessen vorbereitet hatten. Aber auch unser Paddelfreund Frank Fahland hatte wieder viele Leckereien aus seiner Backstube mitgebracht. Die Überraschung war ein weihnachtlicher Kanustollen für jeden, eine Nachbildung des Kanubrotes nur aus Stollenteig.

Unser Paddelfreund Rolf Zander hatte dann zur Freude aller Paddler noch einen "Verteiler" direkt vom Kreml dabei. Auf den Gänsebraten war das Feuerwasser das richtige Dessert. Die Stimmung hätte nicht besser sein können, ein zünftiger Abschluss der Freiwassersaison für diese Trainingsgruppe und eine schöne Einstimmung in die vorweihnachtliche Zeit.

Ein großes Dankeschön an denen, die zum Gelingen dieses Abends beigetragen haben. Wir möchten aber auch all` denen danken, die mit ihren monatlichen Spenden für die Betriebskosten der "Kanuscheune" - schon im dritten Jahr - einen wichtigen Beitrag für den Kanu-Club Potsdam leisten.

Das ist übrigens der Mehrwert dafür, in einem tollen Netzwerk von Sponsoren etwas für die eigene Gesundheit, das Wohlbefinden und für die Leistungsfähigkeit, beim wöchentlichen gemeinsamen Training zu tun. Immer in geselliger Runde, manchmal auch mit Gänseessen.

Jürgen Eschert

235 Nachwuchskanuten bestritten die 29. Athletik-Landesmeisterschaften

Die Paddelsaison ist längst vorbei, trotzdem ging es am dritten Novemberwochenende im Potsdamer Luftschiffhafen sportlich zur Sache. Die diesjährigen Athletik-Landesmeisterschaften standen für unsere Nachwuchssportlerinnen und –sportler auf dem Programm. Und diese wussten mit ihrer Leistung zu überzeugen!

An diesjährigen Komplexathletik-Meisterschaften des Landes-Kanu-Verbandes Brandenburg am 16.11. waren Nachwuchssportler/-innen aus 14 Kanusportvereinen/-abteilungen beteiligt. Bei den im Sportpark Luftschiffhafen ausgetragenen Landesmeisterschaften waren vorrangig die Paddeltalente der Jahrgänge 2007 bis 2010 am Start. Sie stellten knapp 70% aller Teilnehmer. Mit den zahlenmäßig stärksten Aufgeboten waren der Kanu-Club (KC) Potsdam im OSC und der Rathenower WSV Kanu sowie die Kanuabteilungen von Stahl Finow, WSF Pirschheide und Einheit Spremberg in den Meldelisten registriert.

Im Endergebnis aller Leistungen aus verschiedenen Disziplinen wurde die Medaillenvergabe für 19 nach Alter und Geschlecht unterteilten Gruppen vorgenommen.

Ein überragendes Ergebnis erzielten die Nachwuchssportler des KC Potsdam: Sie belegten vierzehnmal den ersten Platz sowie zehnmal den zweiten und elfmal den dritten Rang. Die weiteren Goldmedaillen errangen zweimal der Rathenower WSV Kanu sowie je einmal der KV Neuruppin und die Kanuabteilungen von Blau Weiß Wusterwitz und vom PSV Uckermark. Lobenswerte Leistungen vollbrachten vor allem die Potsdamer Nachwuchshoffnungen Lukas Fredrich (JG 07, 461 Punkte), Hannes Müller (JG 07, 451 Pkt.), Bruno Spangenberg (JG 06, 351 Pkt.), Finley Schüler (JG 08, 335 Pkt.), Gregory Röttges (JG 09, 336 Pkt.), Maike Jakob (JG 05, 337 Pkt.), Annika Spiwock (JG 04, 334 Pkt.) und Jana Wolf (JG 06, 337 Pkt.).

Günter Welke

Was macht eigentlich... Harry Nolte?

In der über 50-jährigen Erfolgsgeschichte des Kanu-Clubs Potsdam gab es viele Athletinnen und Athleten, die zu ihrer Zeit zur internationalen Paddel-Spitze zählten, sowie Trainer, die sie auf ihrem Erfolgsweg begleiteten. Inzwischen ist es oft ruhiger um sie geworden. Da taucht schon mal die Frage auf, wie es ihnen heute geht. Beispielsweise Harry Nolte.

Weil er unartig war, bekam er einst ein Paddel in die Hand gedrückt. Da ahnte er noch nicht, dass er 13 Jahre später mit dem Paddel eine Weltmeisterschafts-Medaille für Potsdam gewinnen würde. Harry Nolte muss heute noch schmunzeln, wenn er an den Beginn seiner sportlichen Karriere denkt, die 1986 in Montreal mit WM-Bronze im Einerkajak über 1000 Meter ihre Krönung fand. Als Zwölfjähriger nämlich stand der Eisenhüttenstädter immer mal wieder gleich neben dem Bootshaus der damaligen Betriebssportgemeinschaft Aufbau auf der Brücke über den Oder-Spree-Kanal, „und als ich da aus Geigel kleine Kieselsteine in die Boote warf, haben mich plötzlich zwei Trainer gegriffen und ins Bootshaus gebracht“, erinnert sich der heute 58-Jährige. „Dort haben sie mir erklärt, dass sie nicht zur Polizei gehen würden, wenn ich zwei Wochen Probetraining absolvieren werde.“ Der damals schon groß gewachsene Bursche – der zuvor ein Weilchen Fußball gespielt hatte und dann einige Jahre für die BSG Aufbau geschwommen war –  stimmte zu. „Und es hat mir gleich Spaß gemacht“, meint Nolte, der zunächst in den Canadier stieg und bald schon Potsdams ersten Olympiasieger Jürgen Eschert als großes Vorbild hatte. „Schließlich kniete ich, so hat man mir damals gesagt, beim Training und im ersten Jahr in einem Canadier, in dem Jürgen Eschert 1964 paddelte und den sich das Trainingszentrum später nach Eisenhüttenstadt holte. Das hat mich natürlich angespornt.“ Prompt stellten sich erste Erfolge ein, gewann Nolte 1974 seine erste Medaille – als Zweiter mit dem Vierercanadier über 1000 Meter beim Pionierkanal auf dem Brandenburger Beetzsee. „Als dann aber unser Canadier-Trainer aufhörte, bin ich aufs Kajak umgestiegen“, so der gebürtige Zwickauer, der als Einjähriger mit seinen segel- und motorflug-begeisterten Eltern nach Eisenhüttenstadt gekommen war und der 1975 an die damals noch in Brandenburg (Havel) beheimatete Kinder- und Jugendsportschule delegiert wurde, wo ihn Hartmut Kliemke trainierte. „Als die Sportschule dann 1977 nach Potsdam umzog, habe ich mitgeholfen, die Möbel ins Internat zu schleppen“, erzählt Nolte.

In Potsdam mauserte sich der Schwarzschopf bei den Junioren unter Coach Jochen Zühlke und später unter Ekkehard Berg zu einem internationalen Spitzen-Paddler. Gemeinsam mit seinem damaligen Potsdamer Klubkameraden Frank Fischer gewann er 1978 bei den Jugendwettkämpfen der Freundschaft die 1000-Meter-Finals im Zweier- und im Viererkajak, um schon ein Jahr später in seinem ersten Erwachsenen-Jahr bei den Weltmeisterschaften der Elite in Duisburg dabei zu sein. „Da sind wir leider nur Achter geworden“, blickt er auf seine 1000-Meter-Rennen gemeinsam mit dem Dresdner Roland Graupner zurück. Auch 1980 reiften nicht alle Träume. Harry Nolte qualifizierte sich gemeinsam mit seinem Klubkameraden Peter Hempel bei den Olympischen Spielen in Moskau für das Finale im Zweierkajak über 1000 Meter, in dem das Potsdamer Duo in Krylatskoje Fünfter wurde. „Wir waren vorher eigentlich als Medaillengewinner gehandelt worden, aber ein Rennen verläuft manchmal etwas anders“, so Nolte, der im Mai des Olympiajahres gemeinsam mit Birgit Fischer und Ulrich Papke aus seiner Sportschulklasse zum damaligen Armeesportklub „Vorwärts“ Potsdam gewechselt war.

Nach diesen Jahren als Schlagmann im Zweier stieg Harry Nolte in den Einer um und hatte es zunächst schwer, sich gegen den Neubrandenburger Olympiasieger Rüdiger Helm zu behaupten. Die Weltmeisterschaften 1981 in Nottingham und 1983 in Tampere erlebte er lediglich als Ersatzmann, die WM 1982 in Belgrad verpasste er ganz. „1984 aber habe ich zehn von zwölf Regatten gegen Helm gewonnen und war sehr gut auf Einer-Kurs“, erzählt der Potsdamer. Umso härter traf auch ihn der Boykott der Olympischen Spiele in Los Angeles durch die meisten sozialistischen Länder, und dass er die Ersatz-Rennen in Berlin-Grünau statt im Einer auf der Dahme zur Verwunderung der meisten Beobachter nur von der Tribüne aus erlebte, bewertet er noch heute als eine politische Entscheidung des Verbandes zugunsten Helms. „Das war eine ganz bitter Stunde“, meint Harry Nolte. Der sich aber nicht unterkriegen ließ. 1985 in Mechelen erneut nur WM-Ersatzmann, wurde er bei den Weltmeisterschaften 1986 in Montreal endlich international belohnt. „Montreal war ein lohnendes Ziel, für das ich mich nach drei Siegen gegen Helm qualifizieren konnte“, berichtet Nolte, der dann bei den WM über 1000 Meter zu Bronze hinter dem Briten Jeremy West und dem Ungarn Ferenc Csipes paddelte. „Ich war“, erinnert er sich an das Finale auf dem Regattakanal der Île Notre-Dame, „auf einen Zweikampf mit dem Ungarn eingestellt, als der Brite mit dem damals noch neuen Löffelpaddel auftauchte, mit dem er am Ende zwei Längen Vorsprung vor uns beiden hatte. Mit diesem Paddel warst du bei jedem Schlag im Vorteil gegenüber den normalen Paddel, mit dem ich nur knapp hinter Csipes Dritter wurde.“

Nachdem er es im Jahr darauf lediglich in die B-Mannschaft schaffte und sich im Frühjahr 1988 bei der Olympia-Qualifikation für Seoul nicht mehr durchsetzen konnte, beendete Harry Nolte seine Leistungssport-Karriere. „Das war okay. Ich hatte seit 1980 eine tolle Zeit mit 14 DDR-Meistertiteln und vielen Erfolgen bei internationalen Regatten, aber nun drängte beim ASK beispielsweise mit Torsten Gutsche, Kay Bluhm und Hans-Jörg Bliesener die nächste Generation nach vorn“, meint Nolte, der 1988 auch sein fünf Jahre zuvor begonnenes Fernstudium an der Filmhochschule Babelsberg erfolgreich abschloss. Daher konnte er sich nun im Biomechanischen Messlabor des ASK mit um die Leistungsparameter der Leichtathleten und Kanuten kümmern. „Die Computer- und Videotechnik kam damals gerade auf, da wurde auch noch vieles selbst gebastelt“, schildert er seine beruflichen Anfänge im Luftschiffhafen. Mit der wissenschaftlichen Kinematographie – heute Bild- und Videoanalyse – wurden neue Wege beschritten, und die konnte Harry Nolte auch nach der politischen Wende weiter mitgehen. Da er „nur“ Stabsfeldwebel der Nationalen Volksarmee war und sein Abschluss als Diplom-Ingenieur an der Filmhochschule in der Bundesrepublik anerkannt wurde, wurde er von der Bundeswehr übernommen, wechselte er Anfang 1993 ebenso wie Detlef Winkler und Guido Müller als Trainingswissenschaftlicher Mitarbeiter zum neu gegründeten Olympiastützpunkt Potsdam. Hier ist er noch heute tätig, betreut er Kaderathleten vor allem in Leichtathletik, Kanu, Rudern und Bob, gemeinsam mit Guido Müller auch im Schwimmen, Triathlon und Modernen Fünfkampf, temporär außerdem in Volleyball und Handball.

Privat dreht sich bei Harry Nolte alles um seine Familie. Mit seiner Elke – unter ihrem Mädchennamen Preuss einst ebenfalls Kanutin an der Kinder- und Jugendsportschule – ist er seit 1984 verheiratet. Sohn Falko wurde 1983 geboren und später ebenfalls Leistungssportler. Er wechselte in der neunten Klasse der Sportschule vom Schwimmen zum Rudern, wurde dort Junioren-Vizeweltmeister, zweimal Deutscher Meister im Einer und 2011 Vizeeuropameister der Elite im Soloboot. „Er hatte sich auch im Kanu ausprobiert, beim Rudern aber mehr Spaß und Erfolg“, sagt Vater Nolte, dessen 1988 geborene Tochter Anne es bei einigen Schwimm-Wettkämpfen in der Jugend beließ. Ob Annes jetzt einjähriges Töchterchen Ella eines Tages sportliche Gene offenbart, wird die Zukunft zeigen.

Harry Noltes sportlicher Elan war nach seiner internationalen Karriere und einigen Jahren des Abtrainierens zunächst eingeschlafen. Er war bis 1995 noch Mitglied des Kanu-Clubs Potsdam und in dessen Vorstand für die Finanzen zuständig, ehe er eine lange Vereinspause einlegte.  Durch seine berufliche Tätigkeit hat er dennoch ständig mit den Trainern und Aktiven des KCP zu tun, verfolgt er auch deren Wettkämpfe. „Vor fünf Jahren“, sagt er, „haben mich dann einige ehemalige Kanuten gefragt, ob ich nicht bei den Wassersportfreunden Pirschheide mitmachen wolle. Dort habe ich wieder Spaß am Paddeln gefunden, so dass ich nun immer mal wieder an den Wochenenden aus Spaß ein paar Kilometer auf der Havel zwischen Potsdam und Caputh unterwegs bin.“ Im Bootshaus des Vereins am Templiner See hat er dafür neben einem Wandercanadier auch noch seinen Kajak aus dem Jahr 1986 zu liegen.

Auch im kommenden Jahr will Harry Nolte in der Freizeit wieder paddelnd auf der Havel unterwegs sein, wird er sich in seinem Job in die Olympia-Vorbereitung der Potsdamer Athleten auf Tokio 2020 einbringen und dann auf den Olympia-Zyklus bis Paris 2014 konzentrieren. Jetzt zu Weihnachten aber freut er sich erst einmal auf die Feiertage im Kreis seiner Lieben, wenn sich die ganze Familie bei Elke und ihm in Beelitz versammelt.

Michael Meyer

...pssst...Bootsgeflüster...

Ex-Weltmeister Ronald Verch schreib über das, was sich hinter den Kulissen des erfolgreichsten Kanuclubs der Welt ereignet oder besprochen wird. Heute: der Geburtstag eines Olympiasiegers!

Herzlichen Glückwunsch Jan Vandrey

Jan Vandrey, unser Rio-Olympiasieger und diesjähriger Vizeweltmeister im C4 über 500m feierte am 11. Dezember seinen 28. Geburtstag. Wie bereits in den letzten Jahren sucht er sich an diesem Tag für seine Geburtstagsrunde ein schattiges Plätzchen unter einer Palme, schließlich schwitzte er gerade mit der Nationalmannschaft des Deutschen Kanu-Verbandes unter der Sonne Floridas für die bevorstehende Olympiasaison.

Die Mitglieder des Kanu-Clubs Potsdam sowie des Fördervereins für den Kanu-Club wünschen Jan zu seinen Ehrentag nachträglich alles Gute, vor allem viel Gesundheit für sich und seine Familie sowie sportlich für das Jahr 2020 maximale Erfolge!

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