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Kanuspitze 01-2020

von Ronald Verch

Da ist sie, die erste Kanuspitze des Jahres 2020, und dann auch noch im neuen Gewand. Dank der neuen Homepage des KC Potsdam, die seit dem 24. Januar online ist, erscheint nun auch die Kanuspitze in einem neuen, schöneren Design.

Viel Spannendes gibt es in dieser Ausgabe zu berichten: die traditionelle Kanuparty stand an, wir haben einen Weltmeister in unseren Reihen und der erste Workshop „KC Potsdam und Allianz machen Schule“ stand an.

Außerdem gibt es Trainingslagerberichte, einen runden Geburtstag, eine Ehrung zur besten Nachwuchssportlerin und den neuen Vereinskalender.

Kurz vor dem Jahreswechsel ist der ehemalige Ministerpräsident Manfred Stolpe verstorben. Jürgen Eschert erinnert an ihn als Freund der Kanuten und Wegbereiter für den Leistungssport im Land Brandenburg.

Viel Vergnügen mit der „Kanuspitze“ – Anregungen und Artikel gern über info@kanuteamwork.de

Sport frei!

Ihr KCP-Fördervereinsvorstand

Kanuparty des Fördervereins 2020

Das Olympiajahr 2020 begann für den KC Potsdam bereits mit erfreulichen Nachrichten. Jacob Schopf wird ab dieser Saison für den KCP an den Start gehen. Bei der traditionellen Kanuparty wurde er nun in die Potsdamer Kanufamilie aufgenommen. Außerdem wurde auf die Erfolge des letzten Jahres geschaut und schon mal ein Ausblick auf Olympia in Tokio gewagt.

Die Kanuparty des Fördervereins für den Kanu-Club Potsdam ist Ende Januar eines jeden Jahres ein fester Termin im Kalender des Potsdamer Sports. So auch am vergangenen Freitag, als sich die Freunde und Förderer der Potsdamer Kanuten im Seminaris SeeHotel in der Pirschheide trafen.

Unter ihnen waren die Brandenburgische Sportministerin Britta Ernst, der ehemalige Ministerpräsident des Landes und Ehrenvorsitzender des Fördervereins Matthias Platzeck, der Potsdamer Oberbürgermeister Mike Schubert, der Vorsitzende der Potsdamer Stadtverordnetenversammlung Pete Heuer, der Vorsitzende der Sporthilfe Brandenburg Holger Rupprecht sowie zahlreiche Sponsoren, Freunde des Kanusports, Eltern, Trainer und natürlich die erfolgreichen Athletinnen und Athleten des Vereins. Unter ihnen befanden sich erstmal nicht nur die letztjährigen Neuzugänge Carola Schmidt, Max Lemke und Felix Frank, sondern auch das jüngste Mitglied der Potsdamer Kanufamilie Jacob Schopf.

Holger Rupprecht ließ sich die Gelegenheit nicht entgehen den gebürtigen Berliner mit sofortiger Wirkung in das Team-Tokio der Landesregierung, des Landessportbund und der Brandenburgischen Sporthilfe aufzunehmen. Die ersten beiden Sätze Wettkampftrikots gab es bei der Gelegenheit gleich noch oben drauf.

Sowohl Britta Ernst als auch Mike Schubert drückten beide in ihren Grußworten an die anwesenden Gäste ihre Freude über die Zugehörigkeit zur Kanufamilie aus, zollten ihren Respekt und sagten die volle Unterstützung der Landesregierung bzw. der Stadt für den Kanustandort mit dem dazugehörigen Bundesstützpunkt zu. Dies wurde von allen Anwesenden natürlich freudig zur Kenntnis genommen.

Nach einem emotionalen Jahresrückblick mit den Bildern der vergangenen Weltmeisterschaften in Szeged wurden sowohl die erfolgreichen Nachwuchssportler als auch die Athleten der Leistungsklasse und ihre Trainer für die hervorragenden Leistungen der Saison 2019 geehrt. Der Moderator des Abends Jens Herrmann nutze dabei die Gelegenheit den ein oder anderen Athleten, vielleicht manchmal auch gegen dessen Willen, in einen kurzen Plausch über die nächste Saison zu verwickeln. Tabea Medert und Max Lemke bedankten sich bei allen Sponsoren und Förderern für die Unterstützung der Athleten im letzten Jahr.

Auch die Eltern, welche ehrenamtlich den Verein bei den vielen Wettkämpfen im Nachwuchsbereich und zur Deutschen Meisterschaft in Brandenburg unterstützt haben, und ohne die solche Aufgaben nicht zu bewältigen wären, wurden ebenso für ihr Engagement ausgezeichnet wie Günter Welke und Michael Mayer für ihre Öffentlichkeitsarbeit.

Eine willkommene Abwechslung lieferten das Trommlerquartett „Iki Iki Taiko“ aus Berlin, welches auf ihren japanischen Taikos ein Vorgeschmack auf die Olympischen Sommerspiele in der japanischen Hauptstadt Tokio gaben. Kulinarisch rundeten Das Küchenteam des Hotels mit einem asiatischen Buffet und Frank Fahland mit seiner Olympiatorte den Abend ab.

Mit einem kurzweiligen Programm und der Gelegenheit für viele interessante Gespräche war auch die diesjährige Kanuparty wieder ein Abend in angenehmer Atmosphäre, welcher Lust auf die Saison 2020 machte und den Spitzenathleten das sichere Gefühl einer breiten Unterstützung für die bevorstehenden Aufgaben mit auf den Weg gab.

Ronald Verch

Jacob Schopf wechselt zum KC Potsdam

Seinen Wechsel aus seiner Heimatstadt Berlin zum Kanu-Club Potsdam hat Weltmeister Jacob Schopf bereits zu Beginn des Jahres bekanntgegeben. In einem Pressegespräch am 13. Januar hat er nun seine Gründe für den Wechsel gesprochen.

Hier der Beitrag von Peter Stein aus der Märkischen Allgemeinen Zeitung (MAZ) vom 14.01.

Weltmeister Jacob Schopf sucht tägliche Konkurrenz mit der Weltspitze und findet sie in Potsdam

Als der Kanuclub Potsdam zu Jahresbeginn die Verpflichtung von Jacob Schopf vermeldete, war das ein Paukenschlag. Nun hat sich das Ausnahmetalent erstmals zu den Gründen seines Wechsels geäußert

Jeans mit aufgeschlagenem Saum, graues Sweatshirt, Turnschuhe – Jacob Schopf gibt sich leger, aber aufgeweckt auch nach einer harten Trainingseinheit. Sein zu Jahresbeginn verkündeter Wechsel vom Köpenicker Kanusportclub zum KC Potsdam schlug Wellen. Denn der 20-Jährige gilt als das größte Talent im Deutschen Kanu-Verband (DKV). Mit dem bereits 37 Jahre alten Olympiasieger Max Hoff (Essen) wurde er im August 2019 in überlegener Manier Weltmeister im Kajak-Zweier über 1000 Meter. Das „Generationenboot“ gilt als große olympische Gold-Hoffnung für Tokio im Juli dieses Jahres.

Schopf, der zur offiziellen Vorstellung am Montag in der Kanu-Scheune im Luftschiffhafen auch seinen ersten Trainer Phillip Krack (32) mitgebracht hat, nennt ohne Umschweife die Gründe für seinen Wechsel, die in einer Randsportart wie Kanurennsport weitab von finanziellen Vorzügen liegen. „Erstens fehlten mir in Grünau die Trainingspartner. Dort habe ich mit Junioren trainiert. Nichts gegen die jungen Leute, aber in Potsdam kann ich täglich mit der Weltspitze trainieren“, meint der Blondschopf. Mit Ronald Rauhe, Felix Frank, Max Lemke und Tamas Gecsö sind darunter gleich vier Weltmeister, dazu der WM-Dritte Martin Hiller, mit dem Schopf selbst schon Junioren-Weltmeister wurde, oder der WM-Vierte Timo Haseleu. Bei Letzterem hat Schopf mal ein paar Tage auf der Couch geschlafen, als in Potsdam eine Trainingslager anstand.

Und der Neu-Potsdamer – „ich wohne vorerst im Internat, hoffe bald auf eine Wohnung“ – nennt einen zweiten Grund für seinen Wechsel. Weil sein Berliner Trainer Eckehard Sahr im Sommer in Rente geht und kein Nachfolger in Sicht sei, habe er schon ein wenig Zukunftsängste bekommen mit Blick auf Tokio. In Potsdam könne er unter Bundestrainer Arndt Hanisch üben. „Aus der Nationalmannschaft weiß ich, wie er trainiert“, meint Schopf. „Ich bin ein Mensch, der ein gewisses soziales Umfeld braucht, das habe ich in Potsdam.

Der Sportsoldat, der an der Humboldt-Uni Sport und Geografie auf Lehramt studiert, will sich ohnehin in den verbleibenden sechs Monaten voll auf seinen Sport konzentrieren. „Wegen Olympia werde ich dem alles unterordnen“, erzählt der Weltmeister, der im Vorjahr bei Testwettkämpfen die Kanu-Rennstrecke in Tokio in Augenschein nehmen konnte. Die größte Überraschung: „Da springen ständig große Fische vor deinem Boot hin und her. Aber die Japaner mögen ja Sushi“, flachst Schopf, für den Sport ohne Spaß daran nicht funktioniert und der gern die Rolle als Team-DJ übernimmt, weil er Musik aller Art mag.

Ziel: Olympia-Gold in Tokio

„Wenn man mit Jacob in einer Gruppe unterwegs ist, hat man immer viel Spaß, er brachte aber schon immer Ehrgeiz und Biss mit“, sagt sein Entdecker Krack. „Ich hatte damals das Glück, bei dem neunjährigen blonden Jungen sofort das Talent zu sehen.“ Durch einen Schulkumpel kam der in Berlin-Mahlsdorf aufgewachsene Schopf vom Fußball zum Kanurennsport. 2016 und 2017 wurde er zweimal in Folge Junioren-Weltmeister im Einer.

Nun strebt er mit Hoff, den Schopf als Papa und Mentor bezeichnet, Olympia-Gold an. Selbst ein Tokio-Start im Einer über 1000 Meter wäre möglich. Aber erst einmal müsse er die nationalen Qualifikationen überstehen. Ende des Monats folgt das nächste Trainingslager in Florida.

Peter Stein (mit freundlicher Genehmigung)

Hier gehts zum Beitrag.

Winterlager des Nachwuchses in Klingenthal

Das neue Jahr begann für unsere Nachwuchskanuten auf schmalen Brettern. Klingenthal im sächsischen Vogtlandkreis hieß das Ziel des ersten Trainingslagers. Nach anfänglichem Schneemangel gab es am Ende doch noch die weiße Pracht.

Beim Eintreffen der Potsdamer Nachwuchskanuten am 02.01. in Klingenthal fehlte noch der Schnee im ausreichenden Maße auf den umliegenden Pisten. Damit wurde anfänglich ein ausgiebiges Ausdauertraining auf Skiern während des neuntägigen Aufenthalts in der Jugendherberge in Frage gestellt. Dennoch waren alle Teilnehmer zuversichtlich, einige erlebnisreiche Tage im Vogtland erleben zu können. Schließlich gibt es hier auch noch andere Möglichkeiten, etwas für die Kondition in Vorbereitung auf das neue Wettkampfjahr zu tun.

Der vierte Aufenthaltstag in Klingenthal ließ die Herzen der Potsdamer Nachwuchskanuten etwas höher schlagen: Endlich zeigte sich Petrus einsichtig und erteilte Frau Holle den Auftrag, auch im Vogtland ihre Betten etwas auszuschütteln, um den schneehungrigen jungen Sportlerinnen und Sportlern etwas Spaß zu gönnen. Am Ende zeigten sich Sportler*innen und Trainer*innen zufrieden mit dem Trainingsauftakt im Jahr 2020. Nun wird zuhause weiter an der Kondition und der Form für die bevorstehende Saison gearbeitet. Hier berichten nun einige aus ihrem Trainingstagebuch:

Noami Voigt: Den vierten Tag (05.01.) in Klingenthal begannen wir mit einem reichhaltigen Frühstück und teilten uns darauf in zwei Gruppen. Eine Gruppe ging mit Clara (Thieme) auf die Piste und und erkundete dort die Bedingungen für das Skilaufen. Die andere Gruppe absolvierte ein sehr anstrengendes Cross-Training. Der Neuschnee ermöglichte anschließend die Durchführung kleiner Staffelwettkämpfe. Vor der Mittagszeit veranstalteten wir noch eine Schneeballschlacht. Dem Mittagessen schloss sich noch eine kurze Verschnaufpause an und ann machten wir uns schon wieder auf den Weg in Richtung Skistadion, in dem wir einige Runden gelaufen sind. Den ersten Tag mit Skifahren beschlossen wir nach dem Abendessen mit „Hüftschwüngen nach Musik“, bevor wir erschöpft in die Betten fielen.

Nele Schlüsselburg: Wie jeden Tag sind wir, die Bewohnerinnen des Zimmers 315, auch am 06.01. um 06.45 Uhr aufgestanden. Ich war zwar noch etwas müde, hatte mich aber mittlerweile an die frühe Zeit gewöhnt. Gemeinsam gingen wir um 07.30 Uhr zum Frühstück und begannen eineinhalb Stunden später die erste Trainingseinheit. Wir fuhren gemeinsam auf Skiern zum Stadion und trennten uns dort in zwei Gruppen. Der größere Teil bewältigte zusammen mit Frau Welke eine längere Tour von 20 bis 25 Kilometern in drei Stunden. Die zweite Gruppe, der auch ich angehörte, war unter Leitung von Herrn Miegel auf einer 15-Kilometerstrecke unterwegs. Das war ganz schön anstrengend. Nach der Mittagspause ab 12.00 Uhr, ruhte sich die Gruppe vom Zimmer 315 ordentlich aus. Denn ab 14.45 Uhr standen noch ein bis zwei Runden im Skistadion bevor. Die zweite Trainingseinheit verursachte einen Riesenhunger, den wir ausgiebig beim Abendbrot stillten. Danach erledigten wir innerhalb einer Stunde unsere Hausaufgaben.

Keon Voigt: Heute Morgen, am 07.01., standen wir alle gut gelaunt auf und blickten in das neblige Draußen. Wie jeden Tag hatten wir einen unglaublichen Hunger, der uns auch nach unten trieb. Doch auf halbem Weg verging uns beim Geruch und Anblick der „Ausscheidungen“ der Hauskatze der Appetit.

Kurz vor neun Uhr trafen wir uns im Skikeller und wenig später standen wir bereits auf unseren „Brettern“. Das Ziel Weitersglashütte erreichte jedoch nur die Spitze der Klassikfahrer. Zu unseren besten Skiläufern gehörten die „Skater“, die sich auf einer Tiefschneeroute zur Talsperre aufmachten. Nach der erfolgreichen Skitour machten wir bis 14.30 Uhr unsere Mittagspause. Gut erholt ging es danach erneut auf Skiern in Richtung Stadion. Hier drehten wir zwei große Runden und machten uns anschließend auf den Heimweg. Das Abendbrot ließ nicht lange auf sich warten. Gegen 18.45 Uhr machten sich die Klassenvertreter auf den Weg zum Einkauf, während für alle anderen eine Stunde Hausaufgabenzeit anstand. Danach war für die Sportschüler der neunten und zehnten Klasse noch eine Einheit „Blockkraft“ angesagt. Aufgrund des späten Trainings verschob sich für die Älteren von uns die Bettruhe um eine Viertelstunde auf 21.45 Uhr. Damit konnten sich alle ordnungsgemäß „bettfähig“ machen.

Selina Gerchel: Mit einem ausgewogenen Frühstück begannen wir am 09.01. unseren vorletzten Tag in Klingenthal. Danach trainierten wir „Blockkraft“, weil der Regen vom Vortag kaum noch Schnee übrig gelassen hatte und damit auch kein Skifahren mehr ermöglichte. Vor dem Mittagessen ging ein Großteil von uns laufen. Der Nachmittag wurde zur künstlerischen Freizeitgestaltung genutzt und danach begannen wir um 21.30 Uhr unsere Bettruhe.

Winterlager im Allgäu

Auch unseren älteren Nachwuchspaddlerinnen und Paddler waren wieder unterwegs um die Grundlagenausdauer auf den schmalen Brettern zu stärken. Wie im letzten Jahr ging es ganz in den Süden Deutshclands zu Robby Lange - dem Sohn unseres Trainerurgesteins Wolfgang Lange. Emma Heu berichtet.

Gleich früh im neuen Jahr, am Freitag den 03.01.2020, fuhren die beiden Trainingsgruppen von Kathrin Wagner-Augustin und Jirka Letzin gemeinsam ins Skilager in den „Heubethof“ in Gunzesried im Allgäu - auf knapp 1000m hoch gelegen.

Dort angekommen erfolgte noch am ersten Tag, in Ermangelung von Schnee, eine Laufeinheit. Ob des Schneemangels, wurde das Langlauftraining spontan in ein anderes Skigebiet(Balderschwang) verlegt. Dorthin fuhren die Trainingsgruppen dann jeden Tag und
absolvierten ihre Langlaufeinheiten. Für das leibliche Wohl sorgten Lunchpakete des Heubethofs. Abends fand dann in der Herberge noch eine weitere Einheit statt, abwechselnd Stabilisierung und Körperkraft.

Am Donnerstag den 09.01. absolvierten die Trainingsgruppen bei schönstem Wetter ein Bergwanderung mit dem Hausherren des Heubethof . Dieser Wanderung schlossen sich auch die Kanusportler aus Neubrandenburg an, die ebenfalls ihr Trainingslager dort realisierten.

Am Abend des 11.01. traten die beiden Trainingsgruppen wieder ihre Heimreise an.

Erste Potsdamer Kanu-Weltmeisterin Helga Mühlberg (geb. Ulze) feiert 80. Geburtstagsjubiläum

Die Jubilarin Helga Mühlberg an ihrem 80. Geburtstag (Bild: Ronald Verch)

Am 27. Januar beging Helga Mühlberg - eines der nach Lebensjahren ältesten Mitglieder des Kanu - Clubs Potsdam im OSC - das 80. Geburtstagsjubiläum.

Wenngleich die in Bernburg geborene Helga Ulze, die nach der Hochzeit 1969 den Familiennamen ihres damaligen Kanu-Trainer Horst Mühlberg annahm, aufgrund ihrer gegenwärtig weniger als 150 cm Körpergröße wahrlich kein Gardemaß aufzuweisen vermag, hat sie in den vergangenen acht Lebensjahrzehnten stets Durchsetzungsvermögen, gepaart mit absolutem Leistungswillen, bewiesen und damit sowohl als Sportlerin als auch Trainerin vieles erreicht.

Ihre sportliche Ausbildung begann Helga Ulze bereits im Kindesalter in Bernburg mit dem Turnen.  Dann wechselte sie jedoch 1954 zum Kanusport bei der BSG Empor Bernburg. Auf Anhieb fand sie am Kanufahren Gefallen und blieb dem Kanu-Rennsport bis zum heutigen Tag eng verbunden: Zunächst als aktive Sportlerin (u.a. von 1961 bis 1969 beim SC Potsdam), danach als Lehrerin und Trainerin in Rostock und ab 1986 beim Kanu-Club Potsdam im OSC als Nachwuchstrainerin sowie als Lehrerin an der Potsdamer Kinder-und Jugendsportschule und späteren Sportschule Friedrich Ludwig Jahn.

Ihre erste Meisterschaftsmedaille als aktive Sportlerin gewann Helga Ulze bei den DDR-Meisterschaften 1956 im Kajakvierer der weiblichen Jugend. In bleibender Erinnerung hat sie auch sie die erste Weltmeisterschaftsmedaille von 1963 im jugoslawischen Jajce mit Bronze im K4 über 500 m. Einen besonderen Stellenwert nimmt jedoch der Titelgewinn bei den Weltmeisterschaften 1966 in Berlin-Grünau ein, den sie gemeinsam mit Vereinsgefährtin Anita Kobuß im K2 über 500 m errang. Denn das war zugleich der erste WM-Titel für eine Potsdamer Kanu-Rennsportlerin überhaupt.

Zusammen mit ihren Trainingspartnerinnen Anita Kobuss, Petra Grabowski und Karin Haftenberger war Helga Ulze (Mühlberg) auch in den folgenden Jahren bis zur Auflösung des SC Potsdam im Jahre 1969 sowohl national als auch international weiter erfolgreich auf Meisterschafts-Medaillenjagd.

Vor ihrer Verabschiedung in den Ruhestand war die erste Potsdamer Kann-Weltmeisterin noch bis 1999 im Lehramt tätig. Darüber hinaus betreute sie weitere sechs Jahre in ehrenamtlicher Funktion den Kanunachwuchs des KC Potsdam. Im Ergebnis ihrer Trainingstätigkeit führte sie u.a. die Kajakfahrer Torsten Eckbrett und Lieven Spur zu Junioren-Weltmeistertiteln und blieb auch nach Beendigung ihres Trainerseins Kanu-Rennsport erhalten. Denn wie zuvor engagiert sie sich in ehrenamtlicher Funktion bei der Sicherstellung von Regatten, die in Verantwortlichkeit des Landes-Kanu-Verbandes Brandenburg auf dem Beetzsee und in Werder veranstaltet werden. Das dortige Regattagelände ist für sie so etwas wie ein liebgewonnenes zweites Zuhause.

Darüber hinaus legt die noch rüstige Pensionärin großen Wert auf persönliche Fitness. Dazu   absolviert sie   zweimal wöchentlich zu früher Morgenstunde im Kraftraum des Sportparks Luftschiffhafen ein straffes individuelles Trainingsprogramm.

Die Mitglieder des Kanu-Clubs Potsdam sowie des Fördervereins für den KCP wünschen Helga Mühlberg zu ihrem Ehrentag vor allem viel Gesundheit im bevorstehenden, neuen Lebensjahrzehnt sowie auch weiterhin so viel Kraft und Energie in allem was sie anpackt.

Günter Welke

Rennkanutin Justine Böttcher vom Potsdamer Stadtsportbund geehrt

Justine Böttcher während des Kanalsprints 2019 (Bild: Roar Benecke)

Unter den acht am 10.01.2020 auf dem Stadtsportball in der MBS - Arena ausgezeichneten Potsdamer Nachwuchssportlern befand sich auch die 15-jährige Kanu-Rennsportlerin des KC Potsdam im OSC.

Aufgrund der Teilnahme an einem Wintertrainingslager konnte die zur Trainingsgruppe von Petra Welke gehörende Canadierfahrerin ihre Auszeichnung leider nicht persönlich entgegennehmen. Im Wettkampfjahr 2019 gehörte Justine zu den erfolgreichsten Nachwuchssportlern des KC Potsdam. Sie gewann bei den Deutschen Meisterschaften eine Silber- und zwei Bronzemedaillen. Während der Hope Games in Bratislava zählte sie gar mit einer Gold- und drei Silbermedaillen zu den  leistungsstärksten Sportlern des Deutschen Kanu-Verbandes.

Zum Tode von Manfred Stolpe

Kurz vor Ende des Jahres 2019 erreichte alle Brandenburgerinnen und Brandenburger eine traurige Nachricht. Der erste Ministerpräsident des Landes, Manfred Stolpe, starb am 29. Dezember im Alter von 83 Jahren. Mit ihm verliert das Land und der Sport den vielleicht entscheidenden Wegbereiter für heutige Erfolge.

Manfred Stolpe hatte nach der deutschen Wiedervereinigung als Ministerpräsident einen großen Anteil daran, dass Brandenburg sich zu einem erfolgreichen Sportland entwickelt hat. Die Landesregierung brachte unter seiner Führung die heutige Spitzensportförderung auf den Weg und er sorgte dafür, dass die Sportschulen, als Grundpfeiler einer langfristigen Förderung der Nachwuchsathleten im Rahmen des heutigen Schule-Leistungssport-Verbundsystem, erhalten wurden.

Als großer Freund des Wassersports war Manfred Stolpe regelmäßiger Gast auf Veranstaltungen des Kanu-Clubs Potsdam und der Ruderer der Potsdamer Rodergesellschaft. Eine wichtige Frage war immer, läuft alles und wo kann ich helfen. Ob bei den Kanalsprints, wie im Jahr 2009 beim deutsch-ungarischen Länderkampf aus Anlass des 20-jährigen Jubiläums der Öffnung der grünen Grenze in Ungarn als Vorboten des Falls der Berliner Mauer 1989 oder beim 50-jährigen Olympiajubiläum des KCP in der "Kanuscheune", Manfred Stolpe war immer gerne unter Sportlern.

Mit Dankbarkeit und Anerkennung für seine Lebensleistung und für sein Wirken für das Land und den Sport in Brandenburg werden nicht nur die Mitglieder des Kanu-Clubs Potsdam Manfred Stolpe für immer in Erinnerung behalten. Unsere Anteilnahme gehört seiner Frau Ingrid und seiner Familie.

Jürgen Eschert, Ronald Verch

Der neue Kalender des KC Potsdam ist da

Und kann gerne bei uns abgeholt werden!

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