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Trauer um Wolfgang Lange

von Ronald Verch

Für viele ist der Kanusport ein Hobby, für manche sicher auch mehr als das, für ganz wenige ist er das Leben. Wolfgang Lange gehörte ganz sicher zur letzten Spezies. Der Kanu Club Potsdam und die gesamte deutsche Kanuwelt trauern um Wolfgang Lange. Der Weltmeister und langjährige Trainer ist am Samstag, den 29. Oktober 2022 im Alter von 84 Jahren verstorben.

Geboren an einem Sonntag, am 3. Juli 1938 in Lübz (Mecklenburg-Vorpommern), griff er mit zehn Jahren bei der damaligen BSG Post Schwerin erstmals zum Paddel. Seinen ersten von insgesamt 48 DDR-Meistertiteln gewann der Kajakfahrer 1955 im K 1 der Jugend. Zwischen 1957 und 1968 war er Mitglied der Kanu-Rennsport- Nationalmannschaft und schaffte 1960 den Sprung in die gesamtdeutsche Olympiamannschaft. 1968 startete er für die DDR in Mexiko bei den Olympischen Spielen, konnte aber leider, wie auch schon acht Jahre zuvor in Rom, keine olympische Medaille erringen. Jedoch saß er in den über Jahre international gefürchteten Kajak Vierer der DDR auf Schlag, der 3x Europameister und 1x Weltmeister wurde und 1959 bei den Europameisterschaften in Duisburg überhaupt den ersten internationalen Titel für die DDR erkämpfte. Bei den Weltmeisterschaften 1963 im jugoslawischen Jajce konnte er sogar einen kompletter Medaillensatz erringen. Neben dem WM-Titel im Viererkajak über 1000m gab es Silber im Zweierkajak über die gleiche Strecke sowie Bronze in der 4x500m K1-Staffel. Drei Jahre später konnte er vor heimischer Kulisse in Berlin-Grünau eine Bronzemedaille im K4 über 10000m-Langstrecke gewinnen.

Nach den Olympischen Spielen in Mexiko wurde Lange Trainer. Zunächst in Berlin-Grünau, bevor er ab 1982 als Verbandstrainer im Kanuverband der DDR die Verantwortung für das Training der Junioren übernahm. Einige seiner prominentesten Schützlinge jener Zeit waren u.a. Torsten Gutsche, Kay Bluhm, Ingo Spelly, Ramona Portwich, Anke Nothnagel, Katrin Borchert, Matthias Röder und Gunar Kirchbach. Über die Zwischenstation Österreich (1991 bis 1994) kam er als Trainer nach Potsdam. Hier erlebte er den bis dahin größten Triumph seiner Trainerkarriere, als der von ihm betreute Gunar Kirchbach 1996 in Atlanta als Olympiasieger geehrt wurde.

Obwohl er im Sommer 2003 in den wohlverdienten Ruhestand ging, übernahm er im Winter 2003/04 wieder die Verantwortung über die Kajak-Damen und Canadier-Herren der Leistungsklasse, als deren Betreuung des täglichen Trainings in Potsdam gefährdet war. Sicher auch ein entscheidender Faktor für Katrin Wagner-Augustin auf ihrem Weg zu ihrer damals dritten olympischen Goldmedaille bei den Spielen in Athen.

Aber auch danach ging Wolfgang dem Kanusport nicht verloren. Ob im KCP oder im Förderverein, Wolfgang war immer zur Stelle, wenn es um den Sport und den Verein ging. War ein Trainer krank oder unterwegs im Trainingslager, war ein Mannschaftscanadier zu steuern, waren Sportler zum Flughafen zu bringen oder abzuholen? Egal wo eine helfende Hand gebraucht wurde, Wolfgang war bereit, mit aller Kraft eine Lösung zu finden. Am allerliebsten natürlich, wenn seine Kompetenz und seine Erfahrung im Kanusport gebraucht wurde. Und das nicht nur in Potsdam. So war er z.B. auch im Kanu-Regattaverein Duisburg aktiv und wirkte an der Umsetzung des Weltcups, wie auch zu den Weltmeisterschaften seit 1995, auf der Regattastrecke Duisburg-Wedau mit.

Wolfgang trug wie kaum ein anderer den Kanusport im Herzen und hat mit dieser Liebe zum Sport Generationen von Athlet*innen auf ihrem Weg begleitet!

Unsere Anteilnahme und Mitgefühl gehören in diesen Stunden seinem Sohn Robby und seiner Familie.

Für die Mitglieder des Kanu Clubs Potsdam sowie des Fördervereins für den Kanu Club,

die Mitglieder des Vorstands des Fördervereins

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